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Neue Liebe in getrennten Haushalten

Studie zur Bedeutung von Living-apart-together-Partnerschaften alleinerziehender Mütter


Viele Mütter, die nicht mehr mit dem Vater ihres Kindes zusammenleben gehen eine neue Partnerschaft ein - und wiederum viele davon leben (auf kurz oder lang) in getrennten Haushalten. Sie praktizieren "LAT" - living apart together, eine Partnerschaftsform, die bislang wenig beforscht wurde. Angelika Traub, wissenschaftliche Referentin am Deutschen Jugendinstitut, widmete sich diesem Thema in ihrer Dissertation und untersuchte in einer 3-jährigen Längsschnittstudie vor allem die Frage: Unterscheiden sich LAT-Mütter in ihrem Wohlbefinden und Stresserleben von anderen Müttern? Traub befragte 122 berufstätige Mütter mit Kindern im Alter von 10 bis 13 Jahren aus dem Raum Brandenburg. Sie testete im statistischen Verfahren Hypothesen zu Qualität und Stabilität der neuen Partnerschaften und untersuchte Zusammenhänge zwischen mütterlichem Wohlbefinden und Stresserleben.

Ein zentrales Ergebnis der Studie zeigt: Für das Wohlbefinden ist nicht die Haushaltsform entscheidend, sondern das Vorhandensein eines Partners, gleich, ob man im gemeinsamen oder getrennten Haushalt lebt. Mütter in LAT-Partnerschaften unterscheiden sich nicht in ihrem Stressempfinden oder in ihrem psychischen Wohlbefinden von Müttern in Kern- oder Stiefvaterfamilien. Sie sind nicht "weniger glücklich", wie man vielleicht vermuten würde.

Sehr wohl aber unterscheiden sie sich von alleinerziehenden Müttern ohne neuen Partner. Mütter in einer LAT Beziehung haben eine signifikant höhere Lebenszufriedenheit als alleinerziehende Mütter ohne Partner. Allein deshalb scheint es angemessen, LAT-Mütter nicht als Alleinerziehende zu begreifen - wie es allerdings oft geschieht, da weder der biologische noch ein sozialer Vater im Haushalt lebt. Traub schlägt deshalb vor, diese Partnerschaften als Stieffamilie im weiteren Sinn zu verorten.

Obwohl die Lebenszufriedenheit also nicht vom gemeinsamen Wohnen abhängig ist, ist der Wunsch des Zusammenziehens relativ stark ausgeprägt und wird recht rasch erfüllt: 75 % der Befragten waren mit ihrem Partner zusammengezogen, noch bevor sie sich ein Jahr kannten. Die schlechte Nachricht: Obgleich die Beziehungsform also insgesamt recht positiv bewertet wird, waren die Partnerschaften in der Stichprobe recht instabil: die Trennungsquote lag nach eineinhalb Jahren zwischen 39 und 50 %.

“Für das Wohlbefinden
ist nicht die Haushaltsform
entscheidend, sondern das
Vorhandensein eines Partners.”

Die Studienergebnisse erlauben vielfältige, sehr fundierte Einblicke und regen Forscher und Forscherinnen auf diesem Gebiet zu weiterführenden Untersuchungen an. Traub selbst formuliert hier Ausgangspunkte, auch im Hinblick darauf, dass ihre Untersuchung mit einer relativ geringen Stichprobengröße auskommen musste und eine größer angelegte Studie sicherlich lohnenswert wäre. | Christine Geserick
 


Informationen: Dr. Angelika Traub, Deutsches Jugendinstitut München (DJI), E-Mail: traub@dji.de
Literatur: Angelika Traub: Neue Liebe in getrennten Haushalten. Zur Bedeutung von Living-apart-together-Partnerschaften für das Wohlbefinden und Stresserleben alleinerziehender Mütter. Logos Verlag. Berlin 2005. ISBN 3-8325-0786-8.

Informationsdienst "beziehungsweise", Ausgabe 17/2005.