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Den Himmel auf Erden?

Über die Situation von Lebensgemeinschaften zwischen Christen und "Nichtreligiösen"


Wie gelingt das Zusammenleben zwischen Menschen, denen Glaube und Kirche wichtig sind, und solchen, die diese Überzeugung nicht teilen? Welche Konsequenzen hat es für ihren Alltag, für ihre gläubige Praxis, für ihre Beziehung zu Gott? Die Situation von Lebensgemeinschaften zwischen christlichen und "nichtreligiösen" Partnern nimmt Ursula Hamachers-Zuba in ihrer Studie in den Blick. In sieben Falldarstellungen aus Deutschland und Österreich untersucht sie Probleme und Chancen gemischt-religiöser Partnerschaften und entwickelt pastoraltheologische Kriterien für den Umgang mit diesen Paaren. In einem Ausblick formuliert sie die sich daraus ergebenden Herausforderungen für die Kirche und benennt Möglichkeiten und Aufgaben für die Pastoral. Einige Ausschnitte daraus kurz zusammengefasst:

Drei Perspektiven einer pastoraltheologischen Deutung:

1 Netzwerke:
"Religion ist aus christlicher Sicht immer auch eine Frage von Gemeinschaft." Die Privatisierung der Religion führt heute dazu, dass oft nicht einmal mehr in Partnerschaft und Familie über Religion gesprochen wird, da sie zum Intimbereich des Einzelnen gehört. Das kann aber "die Gefahr einer sinnentleerenden Gleichgültigkeit" in sich bergen. Gesellschaftlich zeichnet sich aber eine Gegentrend ab. Es ist wieder "in", über Religion zu reden. Christlicher Glauben und christliche Praxis brauchen die Gemeinschaft, also eine Vernetzung.

2 (Mit-)Geheiligt: Der Nicht-Christ kann als Beschenkter in der Ehe mit einem Christen gesehen werden. Er ist wie auch die Kinder des Partners durch ihn geheiligt. Was aus dieser Einbindung entstehen kann, liegt nicht im Einflussbereich des christlichen Partners, sondern bei Gott.

3 Trennungen: Wird das Zusammenleben mit einem christlichen Partner (und dessen existenzielle bzw. religiösen Bedürfnisse) nicht akzeptiert, so kann es zur Trennung der Beziehung kommen. Aber auch die Trennung von den eigenen Glaubensinhalten ist durch den ständigen Erklärungsbedarf und die Auseinandersetzung mit dem eigenen Glauben aufgrund der Konfrontation mit einem "nicht-christlichen" Partner vorstellbar. Die Begleitung eines solchen Prozesses sowie eine mögliche Wiederverheiratung sind eine pastorale Herausforderung.

Wie kann eine gemischt-religiöse Ehe gelingen?

Theologische Antwort: Der nicht-christliche Partner ist durch die Ehe in ein "Heilsklima" eingebunden. Der christliche Partner kann auf Gott vertrauen, dass er dem Menschen alles geben will, was er für die Beziehung braucht. Und weiters ist "Gott für alle Menschen gekommen". Der christliche Partner sieht die Situation als persönliche Lebensaufgabe, als von Gott (auf)gegeben, und somit als religiöse ‚Bestätigung' seiner Partnerschaft.

Psychologische Antwort: Mischehen funktionieren deshalb, so die These von Hamachers-Zuba, "weil beide über ein recht hohes Maß an ‚Glaubensenergie' verfügen (darin sind sie einander gleich), auch wenn sie auf unterschiedliche Inhalte gerichtet ist (darin sind sie gegensätzlich).
Wichtig für das Gelingen von gemischt-weltanschaulichen Lebensgemeinschaften ist das Anerkennen und Integrieren gegensätzlicher Persönlichkeitsmerkmale in das eigene Selbst.

Beziehungstragende Werte:
 

  • die verbindliche Entscheidung beider Partner für die Ehe
  • gegenseitiger Respekt
  • den anderen so akzeptieren, wie er bzw. sie ist
  • Vertrauen
  • Authentizität und Ehrlichkeit
  • die gemeinsame Geschichte - das, was man miteinander aufgebaut und erlebt hat
  • gemeinsame Ziele
  • Treue - auch und vor allem in dem Sinn, sich immer wieder umeinander bemühen zu wollen, dem anderen ein grundsätzliches Wohlwollen zu schenken - auch wenn von Verliebtheit und Anziehung gerade nichts (mehr) zu spüren ist
  • Humor
     

Literatur: Ursula Hamachers-Zuba: Leben ohne Gott?
Wie christliche und "nichtreligiöse" Partner ihren gemeinsamen
(Glaubens-)Alltag leben. Schwabenverlag. Ostfildern 2005.
ISBN 3-7966-1215-6

Kontakt: Dr. Ursula Hamachers-Zuba
Institut für Pastoraltheologie, Universität Wien,
E-Mail: ursula.hamachers-zuba@univie.ac.at 

Informationsdienst "beziehungsweise", Ausgabe 10/2005.