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Erziehungswerte

Verhalten von Eltern zwischen Anspruch und Wirklichkeit


 

Von Markus Kaindl

Die Auffassungen, wie Kinder richtig erzogen werden sollten, haben sich im Laufe der Zeit verändert. Die derzeitigen Werthaltungen von Eltern zur Erziehung ihrer Kinder wurden im Rahmen einer Online-Befragung des ÖIF unter 1.875 Müttern und Vätern mit Kindern unter 18 Jahren ermittelt und dem real gesetzten Verhalten dieser Eltern gegenüber gestellt. Weiters wurde untersucht, wie häufig bestimmte Erziehungssituationen auftreten und wie sehr diese als belastend erlebt werden sowie wie viel Zeit für die Erziehung verwendet wird und wie sehr sich Eltern mit ihren Aufgaben überfordert fühlen.





Traditionelle Aufgabenverteilung


Sowohl Mütter als auch Väter fühlen sich für familiale Aufgaben in hohem Maße verantwortlich. Frauen sehen diese Verantwortung eher im erzieherischen Bereich, Männer eher bei der finanziellen Versorgung der Familie. Mit der Erfüllung dieser Aufgaben fühlen sich Frauen, verursacht durch die stärkere zeitliche Belastung und die höheren Ansprüche an sich selbst, häufiger überfordert als Männer.

Herausforderungen und Belastungen

Herausfordernde Situationen, wie zum Beispiel Unfolgsamkeit, Trödeln, widerspenstiges Verhalten oder Vereinnahmung, treten verstärkt bei 1- bis unter 3-Jährigen auf. Danach sinkt deren Häufigkeit meist etwas ab. Entgegengesetzt verhält es sich mit den daraus resultierenden Belastungen. Diese nehmen mit dem Alter der Kinder tendenziell zu. Losgelöst vom Alter der Kinder zeigen sich keine eindeutigen Zusammenhänge zwischen Häufigkeiten und Ausmaß der Belastungen. So treten Unordnung oder Vereinnahmung zwar häufig auf, werden aber nur unterdurchschnittlich oft als belastend empfunden. Die ebenfalls häufige Unfolgsamkeit stellt hingegen eine Belastung dar. Unter den eher seltenen Situationen werden Widerstand kaum, Aggression und heftige Emotionen jedoch oft als belastend wahrgenommen.

Ansprüche und tatsächliches Verhalten

Als für die Erziehung besonders förderlich werden der liebevolle und wertschätzende Umgang mit den Kindern, das Zuhören sowie ausreichend Zeit für die Kinder empfunden. Das tatsächlich gesetzte Erziehungsverhalten entspricht in vielen Bereichen auch tendenziell diesen Vorstellungen der Eltern. Deutlich unter den selbst gestellten Erwartungen an die Erziehung stehen Eltern jedoch bei der Gelassenheit, der Geduld und der Bereitschaft loszulassen sowie zum Teil bei der Zeit für die Kinder. Unter den sanktionierenden Erziehungsmaßnahmen finden, wenn gleich auf eher niedrigem Niveau, am ehesten Verbote, das Androhen von Konsequenzen, das auf das Zimmer Schicken und das Schimpfen Akzeptanz. Körperliche Bestrafungen werden von der Mehrheit der Befragten als eindeutig nicht förderlich bewertet. Die Angaben zum gesetzten, sanktionierenden Verhalten entsprechen auch weitgehend den Werthaltungen, das heißt, es wird eher angeschrieen oder gedroht als geschlagen.

Diese und weitere Ergebnisse der Studie werden demnächst in der ÖIF-Schriftenreihe veröffentlicht.


Info:
Buchebner-Ferstl Sabine, Markus Kaindl, und Doris Klepp. 2009. Eltern zwischen Anspruch und Überforderung. Erziehungswerte und Erziehungsverhalten im Kontext der Lebensbedingungen von Familien. Opladen - Farmington Hills: Budrich UniPress Ltd. ISBN 978-3-940755-44-5
Das Buch ist ab November 2009 im Handel oder über den Verlag erhältlich.
www.budrich-verlag.de

Informationsdienst "beziehungsweise", Ausgabe Oktober 2009.