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Erwerbstätige werden immer älter

Bevölkerungsveränderungen wirken sich auf Arbeitsmarkt aus


Die Anzahl der Erwerbstätigen in Europa wird sinken und das Alter der Erwerbstätigen ansteigen. Der Arbeitsmarkt wird sich immer weniger durch junge Arbeitskräfte erneuern können. Die Belastung durch Sozialausgaben für die Älteren steigt an. Zu diesem Ergebnis kommt der jüngste Bericht der Europäischen Kommission über die demographische Lage der europäischen Bevölkerung.

Vergleicht man die Entwicklung der Gesamtbevölkerung der Europäischen Union mit der der erwerbsfähigen Bevölkerung, lassen sich drei Zeiträume unterscheiden:

    - In den vergangenen 20 Jahren hat die erwerbsfähige Bevölkerung rascher zugenommen als die Gesamtbevölkerung.

    - In den nächsten 15 Jahren wird die erwerbsfähige Bevölkerung zahlenmäßig gleichbleiben, während die Gesamtbevölkerung weiterhin anwächst.

    - In 15 Jahren wird ein spürbarer Rückgang der erwerbsfähigen Bevölkerung einsetzen und das Wachstum der Gesamtbevölkerung wird sich verlangsamen.

Diese Entwicklung könnte zwar zu einer Entlastung des Arbeitsmarktes führen, aber gleichzeitig wird eine immer kleiner werdende Erwerbsbevölkerung eine immer größer werdende Zahl an älteren Menschen erhalten müssen. Nach 2010 werden die Sozialausgaben für Ältere Menschen immer stärker steigen, weil ab diesem Zeitpunkt die geburtenstarken Jahrgänge beginnen in den Ruhestand zu gehen. Die Verschlechterung des Verhältnisses von alten zu jungen Menschen wird Auswirkungen auf die Kosten und den Aufbau der sozialen Sicherungssysteme haben. Wie stark diese Auswirkungen sein werden, hängt allerdings auch von anderen Faktoren, wie z.B. Wachstum, Produktivität und Schaffung von Arbeitsplätzen ab.

Entspannung am Arbeitsmarkt?

Der demographische Wandel hat in den letzten 10 Jahren zusätzliche Spannungen auf dem Arbeitsmarkt hervorgerufen. Durch die geburtenstarken Jahrgänge und die zunehmende Erwerbsbeteiligung von Frauen nahm das Arbeitskräfteangebot zu. Es kam in allen Altersgruppen und vor allem in der mittleren Altersgruppe ( 30 - 49 Jahre) zu einem zahlenmäßigen Zuwachs.

Selbst bei zunehmender Erwerbsbeteiligung werden die Spannungen auf dem Arbeitsmarkt durch den Bevölkerungsrückgang aber schon bald nachlassen. In den nächsten 20 Jahren werden die einzelnen Altersgruppen in sehr unterschiedlicher Stärke vertreten sein. Die Gruppe der 20- bis 29jährigen, aus der die Neuzugänge zur Erwerbsbevölkerung stammen, wird um 11 Millionen abnehmen. Die mittlere Altersgruppe wird ihren heutigen Umfang beibehalten und die älteste Gruppe (55 bis 64 Jahre) wird um mehr als 25% (um 16,5 Millionen ) anwachsen. Erwerbstätige werden immer älter

Vom Jahr 2010 an wird der Anteil der älteren Arbeitskräfte an der erwerbsfähigen Bevölkerung zunehmen, während der Anteil der jüngeren Arbeitskräfte immer weiter zurückgeht. Der Anteil an 30 - bis 54jährigen nimmt zunächst noch zu, bleibt dann konstant und nimmt später infolge der Auswirkungen dieser Veränderungen ab.

Es wird zunehmend schwieriger werden, den Arbeitsmarkt über die Zu- und Abgangsströme zu steuern. Betrachtet man die Verhältniswerte, so zeigt sich, daß die Erneuerungsrate von Arbeitskräften im Laufe von 20 Jahren um 35% sinkt. Standen 1995 noch 140 Zugänger zum Erwerbsmarkt 100 Abgängern im Erwerbsleben gegenüber, so werden es 2015 nur noch 90 Zugänger pro 100 Abgänger sein. Es entsteht also ein Nettodefizit. Es besteht dann nur noch bedingt die Möglichkeit, neues Fachwissen über den Berufsnachwuchs einzubringen. Es wird in Zukunft stärker darauf ankommen, die bereits vorhandenen Arbeitskräfteressourcen zu nutzen.

Veränderte Arbeitswelt?

Unternehmen werden sich also mit einer zunehmenden Veränderung der Altersstruktur der Erwerbsbevölkerung konfrontiert sehen. Die Arbeitsbedingungen und die Produktivität werden sich ändern. Und lebenslanges Lernen wird zunehmend in den Mittelpunkt des Interesses rücken. Einerseits werden Maßnahmen zur Aktivierung vorhandener Arbeitskräftereserven und andererseits Schritte zur Hebung des gesamten Bildungsniveaus unternommen werden müssen.


Informationen: Paolo Bacchielli, GD V Beschäftigung, Arbeitsbeziehungen und soziale Angelegenhheiten, Referat V/E.1, Rue de la Loi 200, B 1049 Brussels
Literatur: Bericht über die demographische Lage. ISBN: 92-827-8851-2.

Informationsdienst "beziehungsweise", Ausgabe 12/1998.