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Handfeste Kriterien beim "Familien-Audit"

Vereinbarkeit Familie und Beruf wird überprüfbar


Ende Juni werden in Österreich die ersten 10 Unternehmen den Prozeß des "Österreichischen Audit für eine familienfreundlichen Arbeitswelt" durchlaufen haben. Das für Österreich adaptierte Familien-Audit wurde von der deutschen Hertie-Stiftung entwickelt und ist ein Managementinstrument zur laufenden Verbesserung familienorientierter Personalpolitik. Das Ziel ist die Produktivität der Human Ressourcen - also der Mitarbeiter - zu erhalten und auszubauen, um so als Unternehmen wettbewerbsfähig zu bleiben. Warum Unternehmen sich überhaupt der Herausforderung "Familienfreundlichkeit" stellen hat handfeste Gründe:

    - Senkung der Mitarbeitfluktuation

    - Erhöhung der Zufriedenheit der Mitarbeiter

    - Abbau von Streß

    - Stärkung der Arbeitsfähigkeit

Das Österreichische Familien-Audit ist neu in Europa und orientiert sich an einer Idee aus den USA. Der dort entwickelte "family-friendly-index" gibt an, wie familienbewußt ein Unternehmen handelt. Dieser Index beruht auf Untersuchungen und Bewertungen der Gepflogenheiten von 188 Großunternehmen aus der "Fortune 1000" Liste.

Das Österreichische Audit für eine familienfreundliche Arbeitswelt systematisiert und gewichtet, welche familienbewußten Maßnahmen und Angebote ein Unternehmen bietet. Es erfaßt die tatsächliche Unternehmenskultur und stellt sie dar. Das Audit ist so vielseitig, daß es für alle Branchen, Betriebsgrößen, in der Wirtschaft und im Non-Profit-Bereich eingesetzt werden kann.

Für das Österreichische Audit wurde ein umfangreicher und systematischer Kriterienkatalog entwickelt, mit dem die Familienfreundlichkeit des Unternehmens beurteilt wird (siehe Tabelle). Die Bewertung des Unternehmens erfolgt auf vier Ebenen.

    1. Institutionalisierung: Es wird überlegt, wie familienfreundliche Maßnahmen im Unternehmen verankert sind. So werden z.B. schriftliche Vereinbarung höher bewertet, als mündliche, da letztere weitgehend im Ermessen von Vorgesetzten liegen.

    2. Zielgruppen: Bei dieser Fragestellung wird geklärt, für wen die jeweilige Maßnahme vorgesehen ist.

    3. Nutzung und Umsetzung. Auf dieser Ebene wird erfragt, wer und wieviele der je-weiligen Beschäftigtengruppe die Angebote des Unternehmens zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf nutzen. Besonders beurteilt werden hier leitende Mitarbeiter, die oft als Vorbilder fungieren oder auch personalpolitische Entscheidung treffen müssen

    4. Tatsächliche Unterstützung: Hier wird überprüft, ob die Beschäftigten, wenn sie eine familienfreundliche Maßnahme in Anspruch nehmen, von den Vorgesetzten und den anderen MitarbeiterInnen unterstützt werden.

 

 

 

Handlungsfeld

Kurzbeschreibung

Nutzen

Arbeitszeit

 

    • Maßnahmen flexibler Arbeitszeitgestaltung (Umfang, Zeitpunkt, Abrechnungszeitraum)
  • Freistellungsregelungen

 

  • Flexibler Einsatz von Personalressourcen

Arbeitsabläufe und Arbeitsinhalte

 

  • Bausteine und Methoden der flexiblen Gestaltung und Verteilung von Arbeitsaufträgen (z.B. Mitarbeiterbeteiligung, Teamarbeit)

 

  • Multifunktionaler Personaleinsatz

Arbeitsort

 

  • Möglichkeiten den Arbeitsort auszuwählen (zu Hause, im Büro, auf Reisen) und die Anbindung an den Betrieb

 

  • Zeit- und Kosteneinsparung

Informations- und Kommunikationspolitik

 

  • Unternehmensinterne Informations- und Öffentlichkeitsarbeit über familienunterstützende Aktivitäten des Betriebes

 

  • Unterstützung der Wirksamkeit personalpolitischer Maßnahmen

Führungskompetenz

 

    • Familienbewußtes Verhalten der Führungskräfte
    • Aktive Unterstützung familienbewußter Vereinbarungen
  • Förderung der Kommunikations- und Konfliktfähigkeit

 

  • Kompetenzentwicklung / - erweiterung der Führungskräfte

Personalentwicklung

 

    • Fortbildungs- und Förderungsmöglichkeiten der Beschäftigten mit Familie
  • Positive Bewertung von Patchwork-Erwerbsbiographien

 

  • Qualifikationserhalt und –ausbau sowie Nutzung von in der Familie erworbenen Kompetenzen

Entgeltbestandteile und geldwerte Leistungen

 

  • Finanzielle Unterstützung für Beschäftigte mit Familie

 

  • Bedarfs- und sozialgerechte Entgeltpolitik

Flankierender Service für Familien

 

  • Versorgungsarrangements für Kinder oder pflegebedürftige Familienangehörige

 

  • Reduzierung von Wiedereinarbeitungskosten, Amortisation der Aus-, Fort- und Weiterbildungsamortisation

Unternehmens- und personalpolitisches Datenmodell

 

  • Erfassung, Verknüpfung und Analyse betriebswirtschaftlicher Daten und Informationen zur mittel- bis langfristigen Kosten-Nutzen-Gegenüberstellung familienbewußter Maßnahmen

 

  • Nutzbarmachung für eine strategische Unternehmens- und Personalplanung

Betriebsspezifika

 

  • Weitere innovative familienbewußte Maßnahmen

 

  • Vorreiterrolle

 


Informationen: Angelika Fauth-Herkner, Wettersteinstr. 16, D-82049 Pullach bei München., E-Mail: Audit.BuF@t-online.de

Informationsdienst "beziehungsweise", Ausgabe 6/1998.