Familien in Zahlen
Sie suchen Zahlen zu Familien? Zahlen zu Geburt, Eheschließungen und -scheidungen, Familienformen, Haushalt oder Kinderbetreuungseinrichtungen? Im neuen Heft "Familien in Zahlen" (2001) des Österreichischen Institutes für Familienforschung finden Sie diese und andere familienrelevante Daten für Österreich und die Europäische Union auf einen Blick. Eine kleine Einführung soll Ihnen den Weg ins Reich der Zahlen zum Thema Familien eröffnen.
Im Jahr 2000 lebten 1,5 Millionen Familien mit Kindern in Österreich. Die Zahl der Ehepaare als Familienform sank seit den 70-er Jahren von etwa 80 auf 70 % oder 1,063.000 absolut. Dafür stieg die Zahl der AlleinerzieherInnen deutlich an.
Heute macht diese Lebensform bereits ein Viertel aller Familien mit Kindern oder 386.000 in Zahlen ausgedrückt aus. Vorausschätzungen zufolge soll sich ihre Zahl in 30 Jahren auf ein Drittel (451.000) erhöhen. Diese Zahlen der Österreichischen Statistik (ÖSTAT) beruhen auf dem jährlich erhobenen Mikrozensus. Die Definition der Familie richtet sich nach Haushalten, d. h., als Familie gilt nur, wer unter einem gemeinsamen Dach wohnt. Die Zahlen, besonders die Prognosen, sind daher mit Vorsicht zu genießen
In den letzten 20 Jahren hat sich auch die Zahl der Kinderkrippen verdoppelt und das Personal fast verdreifacht. Ebenso haben Kindergärten einen beträchtlichen Zuwachs zu verzeichnen.
Werden Kinderbetreuungseinrichtungen auch immer gefragter, mit einem Anstieg der Geburten in Österreich hängt das nicht zusammen. Im Jahr 2000 erblickten bei einer Bevölkerungsanzahl von über 8 Millionen Menschen 78.000 Kinder das Licht der Welt. Zehn Jahre zuvor waren es bei 7,7 Millionen BewohnerInnen noch um ca. 10.000 Babys mehr. Die Zahl der unehelich Geborenen ist in Österreich hingegen von 1997 bis 2000 um 2,3 % auf rund 25.000 gestiegen. Das bedeutet, dass etwa jedes dritte Kind unehelich geboren wurde, in Kärnten sogar fast jedes zweite
Die Zunahme an unehelichen Geburten geht mitder sinkenden Anzahl an Eheschließungen einher. Ließen sich in Österreich 1950 noch weit über 50.000 Paare trauen, so "trauten" sich im Jahr 2000 nur mehr ca. 40.000 auf das Standesamt. Im selben Jahr wurden 20.000 Ehen getrennt, fast doppelt so viele wie 25 Jahre davor. Die Abnahme der Eheschließungen und die Zunahme der Scheidungen sind im gesamten EU-Raum zu beobachten.
Interessant ist auch die Tatsache, dass Österreich im europäischen Vergleich 1998 mit durchschnittlich 11 Jahren die kürzeste Ehedauer bis zur Scheidung aufwies. Am längsten hielten in diesem Jahr italienische Ehen mit durchschnittlich 16 Jahren bis zur Trennung.
Informationen: Rudolf Schipfer, Österreichisches Institut für Familienforschung, Gonzagagasse 19/8, A- 1010 Wien Tel: +43-1-5351454-12 Fax: +43-1-5351455, E-Mail: rudolf.schipfer@oif.ac.at
Rudolf Schipfer: Familien in Zahlen. Informationen zu Familien in Österreich und der EU auf einen Blick. ÖIF 2001
