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KOLUMNE

Baby! Nie mehr allein zu Haus ...

Von: Sonja Dörfler


Zwei Monate ist es jetzt her, dass unsere kleine Abigail geboren wurde. Langsam lernen wir uns kennen und ich habe mich auch sc hon verliebt! Die ersten Tage hält man dieses kleine zerbrechliche und zerwuzelte Wesen in seinen Händen, das einen Blick hat, der noch nicht von dieser Welt zu sein scheint. Das Gesichtchen ist voller Falten, weil es nicht ganz in seine Haut reinpasst. Ein fremdes Wesen, das ich ungläubig bestaune.

Jetzt, einige Wochen später, dominiert das Gefühl der Verliebtheit: In ihre  wunderschönen blauen Augen, das süße Grübchen am Kinn und in ihr Pfeifen und Grunzen, das sie aus dem Bettchen von sich gibt. Ihr erstes Lachen und Lächeln. Langsam ist auch etwas Alltag bei uns eingekehrt. Aufstehen und Anziehen tun Mama und Tochter sich erst im Laufe des Vormittags, da unsere Nacht durch Füttern, Aufstoßen, Wickeln und durch Einschlafversuche unterbrochen ist. Die Tage vergehen schnell und sind mit Dingen ausgefüllt, die wenig spektakulär klingen, mich aber dennoch müde machen: Wäsche waschen und aufhängen, Kochen, Geschirrspüler ausräumen, ein Spaziergang, zur Bücherei gehen. Dazwischen das Beste: mit dem Baby schäkern!

Die ersten Wochen nach der Geburt waren allerdings mit Arztbesuchen und Amtswegen ausgefüllt. Und man bemerkt, wir leben in einem bürokratischen Staat. Einerseits ist es gut, dass es diese Fülle an Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen gibt, andererseits frage ich mich: Warum braucht ein Baby in der ersten Lebenswoche einen Hüftultraschall? Wahrscheinlich gibt es medizinische Gründe. Allerdings habe ich zu diesem Zeitpunkt noch keine E-Card für Abigail und muss daher mehr als € 100 bei verschiedenen Ärzten auslegen. Was machen Eltern, die knapp bei Kasse sind, frage ich mich, während ich mit der neuen E-Card zum zweiten Mal drei Ärzte abklappere, um mein Geld zurückzubekommen. Dort wird mir schließlich eröffnet, dass inzwischen Quartalsende war und ich daher mein Geld nicht wieder bekomme. Ich bin leicht verzweifelt und bekomme nach Telefonaten mit der Krankenkasse und meinem dritten Besuch bei den Ärzten mein Geld doch noch zurück. Hm, befinde ich mich nicht gerade im Mutterschutz und sollte mich von der Geburt erholen?  

Nun ja, so breit die medizinische Versorgung  von Babys und so reichhaltig die Familienleistungen in Österreich sind, könnte man den bürokratischen Aufwand der Eltern nach der Geburt doch vereinfachen. In England beispielsweise – so erzählt meine britische Schwiegermutter – kommen die Beamten ins Krankenhaus an das Wochenbett zur Mutter und nehmen die Geburt des Kindes auf. Damit erhält man die Geburtsurkunde und das Kind ist sozialversichert. Das wäre ein Beitrag zur Verbesserung des Mutterschutzes hierzulande!  

sonja.doerfler@oif.ac.at

Informationsdienst "beziehungsweise", Ausgabe Jänner-Februar 2012.