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Wussten Sie, dass ...

... die fünf Kinderbetreuungsgeld-Varianten unterschiedlich „beliebt“ sind?

Von: Sonja Blum


Seit seiner Einführung zum 1. Jänner 2002 ist das österreichische Kinderbetreuungsgeld wiederholt durch Einführung zusätzlicher Bezugsvarianten reformiert worden. Die Politikwissenschaft spricht in solchen Fällen von layering (Streeck/Thelen 2005): Durch die Reformen wird eine bestehende Maßnahme nicht abgeschafft oder durch eine andere ersetzt, sondern es werden neue Elemente auf die bereits bestehenden „aufgesattelt“.

Beim Kinderbetreuungsgeld (KBG) erfolgte dies zu Beginn der Jahre 2008 und 2010, indem jeweils zwei neue Bezugsvarianten eingeführt wurden. Eltern können heute also zwischen fünf Varianten des Kinderbetreuungsgelds wählen – mit je längeren bzw. kürzeren Bezugszeiträumen und entsprechend niedrigeren bzw. höheren Geldleistungen.   

Wie oft werden diese unterschiedlichen Varianten gewählt? Mit 46 Prozent am häufigsten wurde im Oktober 2012 die Langvariante von 30+6-Monaten in Anspruch genommen – also der „Urtyp“ von 2002: In dieser Variante kann ein Elternteil maximal 30 Monate KBG beziehen, bei einer monatlichen Geldleistung von 436 Euro. Mindestens sechs Monate können vom jeweils anderen Elternteil bezogen werden; sie verfallen sonst. Die gesamten 36 Monate können Eltern auch in anderer Form untereinander aufteilen, z.B. indem sie nacheinander je 18 Monate KBG beziehen.

Seit 2008 existieren zusätzliche Bezugsformen von 20+4-Monaten (624 Euro) sowie 15+3-Monaten (800 Euro): Die knapp zweijährige Variante wurde im Oktober 2012 von 25,9 Prozent in Anspruch genommen; die kürzere Variante von knapp 6 Prozent.

Mit 17,1 Prozent am dritthäufigsten wurde im Oktober 2012 die einkommensabhängige KBG-Variante bezogen: Hier werden über 12+2-Monate 80 Prozent der Einkünfte vor der Geburt – bis zu einer Obergrenze von monatlich 2.000 Euro – erstattet. Die Kurzvariante von 12+2-Monaten existiert zusätzlich auch als Pauschalvariante von monatlich 1.000 Euro, die im Oktober 2012 von 5 Prozent in Anspruch genommen wurde.

Insgesamt wählen Eltern also derzeit nach wie vor am häufigsten die Langvariante von 30+6-Monaten. Gleichzeitig ist aber auch eine zeitliche Dynamik in der ‚Beliebtheit‘ der Varianten erkennbar: So bezogen im Jänner 2011 – also nachdem das aktuelle System aus fünf Bezugsformen bereits ein Jahr bestand – noch mehr als 50 Prozent die längste Variante. Das ist heute nicht mehr der Fall. Gleichzeitig gewinnt die einkommensabhängige Variante von 12+2-Monaten an Bedeutung: Während sie vor fast zwei Jahren nur von 11,8 Prozent der Bezieher in Anspruch genommen wurde, liegt der Wert heute bereits bei 17,1 Prozent.

Eine Evaluierungsstudie zu den jüngsten zwei KBG-Varianten (Rille-Pfeiffer/Kapella 2012) gibt Hinweise darauf, weshalb welche Bezugsform gewählt wird: So gaben die Bezieher und Bezieherinnen der 12+2-Varianten in erster Linie finanzielle und berufliche Motive für die Wahl dieser Bezugsform an.


Kontakt
sonja.blum@oif.ac.at


Literatur
Rille-Pfeiffer, Christiane; Kapella, Olaf (2012): Evaluierung Kinder-betreuungsgeld. Einkommensabhängige und pauschale Bezugsvariante 12+2-Monate. ÖIF-Forschungsbericht Nr. 9. Wien: ÖIF.
Streeck, Wolfgang; Thelen, Kathleen (2005): Beyond Continuity: Institutional Change in Advanced Political Economies. New York: Oxford University Press.

Informationsdienst "beziehungsweise", Ausgabe Dezember 2012.