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Eltern aufgepasst!

Ratgeber aus den USA hilft bei Erziehungsfragen von A bis Z


Die Sprösslinge sind auch nicht von Mutters Rockzipfel wegzubringen, wenn diese die Abendgarderobe anprobiert, oder wollen partout nicht verstehen, warum sie nicht so lange wie die Erwachsenen aufbleiben dürfen - bekannte Fälle für viele mit der Kindererziehung befasste Personen. Herausforderungen in der Erziehung bieten sich einem meist dann, wenn die eigenen Bedürfnisse und Wünsche mit denen des "heißgeliebten" Nachwuchses nicht oder nur teilweise übereinstimmen. Für genau diese Situationen haben die Elternpädagogin Barbara C. Unell und der Entwicklungs- und Kinderpsychologe Jerry L. Wyckoff in ihrem Buch "Liebevolle Disziplin" Tipps zu den gängigsten Fragen bei der Erziehung von Ein- bis Fünfjährigen zusammengestellt. Die Verhaltenspsychologie bildet dabei die theoretische Grundlage.

In sehr kurzweiliger, alltagsnaher Form wird Eltern und Betreuungspersonen in dem als Nachschlagewerk konzipierten Buch vor Augen geführt, wie sie auf ruhige, konsequente und effektive Art und Weise Verhaltensproblemen der Kinder vorbeugen beziehungsweise diese in den Griff bekommen können. Jegliche Ausprägung von Gewalt wird dabei strikt abgelehnt und der Ansatz "Disziplin lehren anstatt nur zu bestrafen" konsequent verfolgt. Eine Schlüsselaussage lautet: Schlagen und Schreien sind kontraproduktiv. Denn Schläge als Strafe verdrängen das nicht tolerierte Benehmen meist nur ins Geheime. Es findet vielleicht nicht mehr direkt vor den Eltern statt, wird aber auch nicht eingestellt. Kinder, die misshandelt werden oder denen regelmäßig mit Gewalt gedroht wird, sind darüber hinaus später selbst eher dazu bereit, zu Gewalt zu greifen. Mit anderen Worten ausgedrückt: Gewalt wird erlernt! Unell und Wyckoff ist wichtig zu betonen, dass das Selbstwertgefühl der Kinder die beste Entwicklung nimmt, wenn man sich bei der Erziehung auf ganz spezifische, konstruktive Mittel und Wege konzentriert.

Im Mittelpunkt des Buches steht der umfangreiche Praxisteil. In diesem werden 33 mögliche Probleme - von Aggressivität bis Zerstörungswut - aufgegriffen und mit praktischen Tipps einer Lösung zugeführt. So wird zur Bewältigung von zu starker Quengelei unter anderem empfohlen, dieser nicht nachzugeben, weil die Kinder sonst dem Glauben verfallen, dass Quengeln zum Erfolg führt. Auch sollte man selbst nicht zuviel jammern, denn salopp formuliert: Warum soll das Kind nicht herumjammern, wenn die Eltern es ständig tun? Hilft das alles nichts, um die Quengelei abzustellen, haben Unell und Wyckoff noch Trost parat: Nichts dauert ewig. In Fallbeispielen wird veranschaulicht, wie fiktive Familien die dargestellten Strategien in der Praxis nutzen, um den verschiedensten Herausforderungen zu begegnen. Man lernt dabei etwa "Mike, den Beißer" kennen, der sich gerne mit Hilfe seiner Zähne gegen seine beiden älteren Brüder zur Wehr setzt, oder erfährt, wie es der Familie Bartok gelang, ihrem Emil die Schüchternheit zu nehmen.

Dieser Ratgeber ist für all jene hilfreich, die ein Buch zur Kinderziehung suchen, welches praktische Ratschläge beinhaltet, die direkt und leicht umzusetzen sind. Und allen von ihren Erziehungsaufgaben gestressten Erwachsenen sei ans Herz gelegt: Das eine oder andere Schmunzeln bei der Lektüre ist durchaus gewollt und kann sicherlich auch den Alltag manchmal erleichtern. | Martin Gradl

Info:

Unell Barbara, Wyckoff Jerry: Liebevolle Disziplin. Praktische Lösungen für die häufigsten Erziehungsfragen von A bis Z. Knaur Verlag München 2006. ISBN 3-426-64317-0


INTERN | Kein Sommerloch in der Redaktion

Während der Sommermonate unterstützt Martin Gradl die Redaktion von beziehungsweise. Er studiert Politikwissenschaft in Kombination mit Publizistik und Geschichte an der Universität Wien und ist nun auf der Suche nach spannenden und interessanten Familienthemen. Sie werden also nicht nur in dieser, sondern auch in den nächsten Ausgaben einiges von ihm zu lesen bekommen. Kontakt: martin.gradl@oif.ac.at

Informationsdienst "beziehungsweise", Ausgabe 14/2006.